1932 gründete Hans Dorn den familiengeführten Handwerksbetrieb „Autosattlerei Dorn“, der in Haibach ansässig ist. Der Chef Alexander Dorn persönlich zeigte den etwa 30 Anwesenden seinen Betrieb. So vielfältig wie das Sattlereihandwerk sind auch die Dienstleistungen – für Autos, Lkw, Boote oder auch Flugzeuge! Und das Polsterhandwerk beherrschen die Fachleute auch.
Schwerpunkt des Nachmittags war das Thema Leder. Hier war vor allem das Thema Lederpflege für die Gäste interessant. Gerade bei Cabrios ist es wichtig, das Leder mindestens einmal im Jahr mit Pflegemitteln zu schützen. Denn bei offenen Autos setzen Sonne und vielleicht auch Regen dem Material zu. Ein passendes Lederfett kann über die Sattlerei bezogen werden.
Wenn die Pflege zu spät kommt, gibt es zwei Möglichkeiten, das Ledergestühl noch zu retten. Zum einen kommt ein spezialisierter Autoaufbereiter in Betracht, der das Leder wieder geschmeidig macht und es neu einfärbt. Bei größeren Schäden bleibt nur ein Neubezug der Sitze und Verkleidungen durch den Sattlermeister.
Hier zeigte Alexander Dorn einige gute Beispiele, wie schön alte Sitze nach einem Bezug mit neuem Leder aussehen. Sie schimmern matt und nicht so speckig, wie das alte verbrauchte Leder. Leder ist ein sehr dankbares Material, das bei guter Pflege auch viele Jahrzehnte hält. Kunststoffteile dagegen verlieren nach einiger Zeit den Weichmacher. Und dann hilft auch kein Pflegemittel mehr.
Spannendes Thema war auch die Ausbildung zum Sattler. In der Fachrichtung Fahrzeugsattlerei widmet sich der Sattler der Innenausstattung für Autos und Oldtimer, die er sowohl selbst erstellt, aber auch restauriert. Außerdem polstert er Ledersitze für Motorräder und näht Lkw-Planen. Der Sattler, der sich auf die Fachrichtung Reitsportsattlerei spezialisiert, stellt das komplette Sortiment an Lederzubehör für den Reit-, und Fahrsport her. Feintäschner entwerfen je nach Wunsch des Kunden Sonderanfertigungen verschiedenster Kleinlederwaren. Dazu gehören Geldbörsen, Handtaschen, Schmuckkassetten und Akten- und Reisekoffer.
Selbstverständlich nahm sich Alexander Dorn Zeit, die zahlreichen Fragen zu beantworten. Auch Seniorchef Hans-Dieter Dorn brachte seine Erfahrung ein. Am Beispiel der beiden Profi-Nähmaschinen wurde deutlich, dass gerade im Handwerk Werkzeuge erhalten werden. Die neue, mit Druckluft betriebene große Nähmaschine erleichtert die Arbeit wesentlich. Aber die kleine elektrische Maschine hat geringere Umrüstzeiten und ist nach wie vor für Detailarbeiten im Einsatz.
Die Organisatoren Dieter Joa und Henk Slotboom bedankten sich herzlich für den spannenden Nachmittag, an dem die Oldtimerfreunde viel gelernt haben und auch noch gut verpflegt wurden. Und dann stiegen wir wieder in unsere Autos – einige sogar in ihren auch im Winter einsatzbereiten Oldtimer. Ein VW Käfer aus dem Jahr 1957 bewies, dass auch Polstersitze nach fast 70 Jahren gut aussehen können.
Text und Fotos: Rüdiger Bonneß